Rat der Stadt Essen
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Bericht der Ratsgruppe
In der 4. Ratssitzung der aktuellen Ratsperiode am 11. Februar 2026 standen mehrere zentrale Themen aus Verwaltung, Stadtentwicklung und Kommunalpolitik auf der Tagesordnung. Aus unserer Sicht waren zwei Tagesordnungspunkte besonders wichtig und wurden dementsprechend im Rat kontrovers diskutiert.

1.Die vorläufige Aussetzung der Rettungsdienstgebührensatzung
Die vorläufige Aussetzung der Gebühren für den Rettungsdienst ist ein wichtiges Signal: Sie entlastet Bürgerinnen und Bürger in Ausnahmesituationen und stellt sicher, dass niemand aus Angst vor finanziellen Belastungen zögert, den Rettungsdienst zu alarmieren.
Der zuständige Dezernent Kromberg führte aus, dass im Hintergrund Gespräche der betroffenen Städte mit den Krankenkassen laufen, um doch noch eine Einigung zur Übernahme der Rettungsdienstgebühren durch die Krankenkassen erfolgt. „Deadline“ für die Verhandlungen -Ostern 2026. Der Dezernent hat zudem versichert, dass auch bei Nichteinigung keine Gebührenbescheide ohne vorherige Zustimmung des Rates erfolgen soll.
2. Bezahlkarte für Flüchtlinge
Die Ratsgruppe Volt & Die PARTEI lehnt die geplante Einführung einer Bezahlkarte für Geflüchtete in der Stadt Essen entschieden ab. Eine getrennte Zahlungskarte für Menschen, die ohnehin bereits auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, stigmatisiert und diskriminiert die Betroffenen.
Auch Flüchtlinge sollen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – dazu gehört auch, dass sie ihre Einkäufe und Ausgaben frei und ohne Sonderregeln tätigen können. Eine Bezahlkarte würde den Eindruck erwecken, dass Flüchtlinge Bürger zweiter Klasse sind und eine erfolgreiche Integration so nicht erfolgen kann. Die Einführung einer Bezahlkarte lehnen wir daher aus gesellschaftlicher, sozialer und humanitärer Verantwortung ab.
Weiterhin standen die folgenden Themen auf der Tagesordnung des Rates:
Wohnen & Stadtentwicklung
- Konzept zur Schaffung und Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum
- Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Drogenszene
- Ausweitung des „Open Sunday“-Projekts
Soziales & Teilhabe Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT): Verbesserung von Antrags- und Bewilligungsverfahren. Kulturpass an Essener Schulen: Diskussion über Optionen zur Fortführung kostenloser Fahrten mit der Ruhrbahn für Schüler*innen.
Bauprojekte
- Generalsanierung des Eisenhammerensembles im Deilbachtal (Deilbachhammer): Kostenanpassung im Projektabschluss.
- Verwaltungsgebäude Altendorfer Straße 103 – Kostenanpassung der Sanierung.
Darüber hinaus standen organisatorische Entscheidungen auf der Tagesordnung, etwa Satzungsänderungen, Gremienbesetzungen und formale Beschlüsse zur Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit von Rat und Verwaltung. Die übrigen Verwaltungsvorlagen wurden mit breiter Mehrheit beschlossen.