Die Ratsgruppe Volt & Die PARTEI fordert mehr Transparenz bei 17,6-Millionen-Euro-Sanierung der Villa Rü.
Die Ratsgruppe Volt & Die PARTEI unterstützt die geplante Generalsanierung der Villa Rü ausdrücklich. Gleichzeitig fordert sie, das Millionenprojekt von Beginn an transparent, nachvollziehbar und unter enger Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer zu begleiten. Einen entsprechenden Ergänzungsantrag bringt die Ratsgruppe in der Ratssitzung am Mittwoch ein. Die Verwaltung plant zunächst die Beauftragung der Planungsleistungen bis zur HOAI-Leistungsphase 3. Die eigentliche Generalsanierung wird nach einer ersten Grobkostenschätzung voraussichtlich mindestens 17,6 Millionen Euro kosten. Eine belastbare Kostenberechnung soll erst nach Abschluss der Entwurfsplanung vorliege.
„Die Villa Rü ist weit mehr als ein Bürgerzentrum für Rüttenscheid. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Ehrenamts und des gesellschaftlichen Zusammenhalts für Menschen aus dem gesamten Essener Stadtgebiet. Deshalb unterstützen wir die Sanierung ausdrücklich“, erklärt der Sachkundige Bürger Udo Misiak.
Gerade weil die Ratsgruppe hinter dem Projekt steht, fordert sie eine stärkere politische Steuerung. Der Ergänzungsantrag sieht unter anderem eine detaillierte Kostenberechnung nach DIN 276, eine transparente Darstellung aller Projektrisiken, verschiedene Kosten- und Terminszenarien, einen verbindlichen Projektzeitplan sowie regelmäßige Berichte an die politischen Gremien vor. Darüber hinaus sollen Vereine, Initiativen und Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in den weiteren Planungsprozess eingebunden werden.
„Große Sanierungsprojekte im Gebäudebestand bergen immer erhebliche Risiken. Niemand kann heute seriös ausschließen, dass zusätzliche Schäden an der Bausubstanz, Schadstoffe oder Preissteigerungen zu höheren Kosten führen. Deshalb brauchen wir frühzeitig Transparenz statt späterer Überraschungen“ so Udo Misiak.
Die Ratsgruppe verweist darauf, dass gerade in der angespannten Haushaltslage der Stadt Essen öffentliche Investitionen besonders sorgfältig geplant werden müssten. Transparenz sei dabei kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber der Verwaltung, sondern eine Voraussetzung für verantwortungsvolle Entscheidungen im Rat.
Besonders wichtig ist Volt & Die PARTEI zudem die Beteiligung der späteren Nutzerinnen und Nutzer der Villa Rü. Bereits heute wird das Bürgerzentrum von zahlreichen Vereinen und Initiativen genutzt; nach Angaben der Verwaltung haben rund 60 Gruppierungen bereits ihre Rückkehr nach Abschluss der Sanierung angekündigt.
„Wer die Villa Rü für die nächsten Jahrzehnte fit machen will, sollte diejenigen frühzeitig einbinden, die dieses Haus mit Leben füllen. Gute Beteiligung schafft Vertrauen, verbessert die Planung und stärkt die Akzeptanz eines Projekts dieser Größenordnung“, betont Udo Misiak.
Die Ratsgruppe Volt/Die PARTEI wird der Verwaltungsvorlage daher zustimmen und wirbt zugleich um eine Mehrheit für ihren Ergänzungsantrag. Ziel sei eine Generalsanierung, die nicht nur baulich erfolgreich ist, sondern auch finanziell solide geplant und für Politik sowie Öffentlichkeit jederzeit nachvollziehbar bleibt.