33,8 Millionen Euro für den Eckenausbau beim Stadion Essen: Ratsgruppe Volt & Die PARTEI fordert faire Lastenteilung!

Die Ratsgruppe Volt & Die PARTEI bekennt sich ausdrücklich zum Ausbau der vier Stadionecken an der Hafenstraße. Gleichzeitig fordert sie eine gerechtere finanzielle Beteiligung von Rot-Weiss Essen an den laufenden Betriebskosten des Stadions. Einen entsprechenden Änderungsantrag bringt die Ratsgruppe in die Ratssitzung am Mittwoch ein. Hintergrund ist die von der Verwaltung vorgelegte Kostensteigerung für den Eckenausbau. Statt der ursprünglich beschlossenen 27 Millionen Euro sollen künftig insgesamt 33,8 Millionen Euro in das Projekt investiert werden. Zusätzlich soll die Verwaltung künftig Kostensteigerungen von bis zu zehn Prozent eigenständig freigeben können.

„Für uns steht außer Frage: Der Eckenausbau ist wichtig. Rot-Weiss Essen ist ein bedeutender Imageträger unserer Stadt und das Stadion ein zentraler Bestandteil der Essener Sportinfrastruktur. Deshalb stehen wir weiterhin hinter diesem Projekt“, erklärt Ratsherr Matthias Stadtmann.

Gleichzeitig müsse sich jedoch auch die wirtschaftliche Realität verändert haben.

„Die Stadt Essen hat Rot-Weiss Essen in den vergangenen Jahren in außergewöhnlichem Umfang unterstützt – mit dem Stadionneubau, zahlreichen Investitionen, Sponsoringleistungen städtischer Unternehmen und inzwischen sogar mit der Übernahme der Kosten für die Sonderbusse an Heimspieltagen. Eine Partnerschaft lebt aber von Gegenseitigkeit.“

Aus Sicht der Ratsgruppe ist es deshalb wichtig, den Pachtvertrag noch einmal nach zu verhandeln. Ziel müsse sein, dass die laufenden Betriebs- und Bewirtschaftungskosten des Stadions künftig mindestens durch die Pachtzahlungen gedeckt werden. Bis zum Abschluss dieser Verhandlungen sollen die zusätzlichen 6,8 Millionen Euro nach dem Willen der Ratsgruppe nicht freigegeben werden.

Kritisch bewertet Volt/Die PARTEI außerdem das Scheitern des früheren „Letter of Intent“, der nach Angaben der Ratsgruppe eine jährliche Pachtzahlung von 2,4 Millionen Euro vorgesehen hätte.

„Dass diese Vereinbarung einseitig aufgekündigt wurde, hat das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Stadt und Verein erheblich belastet. Gerade wenn jetzt erneut Millionenbeträge aus dem städtischen Haushalt investiert werden sollen, erwarten wir die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“ erklärt Ratsherr Matthias Stadtmann. Die Ratsgruppe verweist darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger erst vor wenigen Monaten erhebliche finanzielle Belastungen bei der Erhöhung der Grundsteuer schultern mussten.

„Die Essenerinnen und Essener mussten eine Grundsteuererhöhung von rund 40 Prozent hinnehmen. Sie dürfen deshalb erwarten, dass mit ihrem Steuergeld verantwortungsvoll umgegangen wird. Wenn die Stadt weitere Millionen investiert, muss gleichzeitig sichergestellt werden, dass der Stadionbetrieb langfristig auf einer fairen und tragfähigen finanziellen Grundlage steht.

Die Ratsgruppe Volt & Die PARTEI betont ausdrücklich, dass sich der Antrag nicht gegen Rot-Weiss Essen richtet und den Eckenausbau auch nicht verzögern soll.

„Wir wollen den Eckenausbau ermöglichen. Aber wir wollen zugleich eine faire Partnerschaft zwischen Stadt und Verein. Wer gemeinsam Zukunft gestalten will, muss auch gemeinsam Verantwortung tragen.“